(Rafaël Zeier) Wenn das kein gutes Omen ist? Kaum durch den Zoll
leuchtet einem schon von Weitem ein strahlender Regenbogen entgegen. Dessen
Ursprung und damit natürlich auch ein ganzer Topf voll Gold scheinen direkt in
Feldkirch zu liegen (Mangels Beifahrer, wegen der nassen Fahrbahn und der
vielen Polizeiautos gibt es leider kein Beweisfoto). In Feldkirch angekommen
ist der Regenbogen zwar weg und vom Topf voll Gold auch keine Spur. Aber
eigentlich bin ich ja auch nicht des Goldes wegen, sondern für Soap & Skin
nach Feldkirch gekommen.

Dieses Jahr leider gesperrt: Der Poolbar-Kreisel.
Aber erst noch eine Runde Sightseeing im schönen Feldkirch um die Zeit bis
zum Konzert zu überbrücken. Zumal dieses Jahr mit dem Drehkreisel eine der grössten Extra-Poolbar-Attraktionen leider gesperrt ist.
Nach all den vielen Poolbar-Besuchen in den letzten Jahren, war es aber auch
wirklich mal an der Zeit Feldkirch selber mal etwas genauer unter die Lupe zu
nehmen.

Direkt einem Computerspiel entsprungen: Ein Stauwerk in Feldkirch.
Nach ein paar Brücken, Burgen und Freikirchen-Umfragen zurück im Poolbar
Gelände sieht man schon von Weitem im Hinterhof die wuschelige Soap & Skin
stehen und auf ihren Auftritt warten. Also schnell in den Pool, nicht dass ich die mit Vorschusslorbeeren überschüttete Österreicherin noch verpasse, da ich ja eigentlich nur für sie nach Feldkirch gefahren bin.
Ganz grossartige was Soap & Skin da hinter ihrem Piano und Laptop bietet. Vor allem wenn man bedenkt, dass sie erst ganz am Anfang ihrer Künstlerkarriere steht. Da kann man sich für die nächsten Jahre noch so einiges erhoffen. Leider zeigt sich gerade bei den ruhigeren Stücken das Poolbar-Publikum von seiner
geschwätzigeren Seite und sogar vereinzelte Begeisterungs- oder Protest- Pfiffe
sind zu hören. Schwer zu sagen, was es war. Zum Glück kommt Soap & Skin dann doch noch auf eine Zugabe zurück und lächelt sogar noch ein bisschen als ihr ein Intro misslingt.
Für die im Anschluss spielenden Trouble Over Tokyo sei die alte Floskel erlaubt: Gekommen für Soap & Skin und geblieben für Trouble Over Tokyo. Ganz korrekt ist ja Trouble Over Tokyo nur der Sänger Toph, wie er selbst erklärt: "I'm Trouble Over Tokyo, this is my band and you... are you!"
Wirklich unblaublich ansteckend wie Toph da in seiner Begeisterung auf der Bühne rumwuselt und dabei, wenn auch nicht unbedingt optisch, ständig an David Byrne erinnert. Am grossartigsten ist Toph aber wenn er alleine mit der akustischen Gitarre auf der Bühne steht und zum grossen Finale den ganzen Pool zum mitsingen bringt. Trouble Over Tokyo muss man wirklich gesehen haben, sonst glaubt man das nicht. Also ich hätte es wirklich nicht geglaubt.
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