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montags, 20-22 Uhr
toxic.fm | 107.1 MHz
Primavera Sound - Der Freitag Drucken E-Mail

Auch dieser Tag ist wieder von 19 bis 5 Uhr voll mit Musik. Langsam kommt der Primavera Jetlag.

The Cribs

Für Indie-Verhältnisse geht es hier hart zu. Sänger Ryan Jarman schreit nur so auf sein Mikro ein und auch ihren Instrumenten zollen die drei Herren aus Wakefield wenig Respekt. Die erste halbe Stunde des Konzerts ist voll von Liedern ihres letzten Albums "Men's Needs, Women's Needs, Whatever". Dabei werden die Stücke manchmal um lange Soli ergänzt. Insgesamt ist es wohl zu hell für diese Band.

 

Bishop Allen

 

Für die erste Band des Tages ist es überraschend voll im Primavera-Amphitheater. Wieder einmal beweist das Barcelona-Publikum, dass es sich auf den führenden Weblogs auskennt: Ihre 60s-Beat-Musik brachte den New Yorkern Bishop Allen "Liebling"-Status bei Stereogum. Die Songs sind recht einfach und angenehm zu hören, haben aber Drive. Vor allem die Single "Rain" zieht die Leute mit.

 

No Age

 

No Age treten am Primavera auf dem Höhepunkt ihrer bisherigen Karriere auf. Nach der EP des Vorjahres wird ihr neues Album in einschlägigen amerikanischen Webzines abgefeiert. Die beiden Kalifornier feuern mit Schlagzeug und Gitarre ein Gewitter aus Highschool-Punkrock ab. Der Drummer singt und keift ins Mikrophon, während der Gitarrist seinem Effektkästchen und Verstärker viel abverlangt. Die Leute fahren drauf ab und wollen die beiden kaum mehr gehen lassen.

 

Man Man

Man Man sind ein grosser roher Haufen Musik. Ihre Instrumente sind mitten auf der Bühne zusammengeschoben, vom klassischen Gitarre & Sänger vorne, Keyboard an der Seite, Schlagzeug hinten ist nichts zu erkennen. Allesamt in weiss gekleidet, sitzen einander Keyboarder und Drummer gegenüber und sind klar die Alphatiere der Band. Musikalisch ein wildes Gemisch aus Beta Band, Tom Waits und Kaizers Orchestra betreibt das Quintett Sport auf der Bühne und bringen das Publikum zum tanzen.

 

Cat Power

Das unaufhörliche Auf und Ab Chan Marshalls entlarvt die Trägheit der Lichtanlage. Von rechts streunt sie nach links und zurück, verharrt keine halbe Sekunde und singt so meist abseits der Lichtkegel. Mit einer grandiosen, wenn auch nicht aufdringlichen Band im Rücken spielt sie das Potential ihrer Stimme vollkommen aus und lehrt von der grossen Bühne herab den Blues. Wie auf ihrem aktuellen Album Jukebox zitiert sich Cat Power quer durch Klassiker von Sinatra, zu den Stones und Billie Holiday. Mit ihrem eigenen Album "The Greatest" wartet sie jedoch bis zum Schluss, als sie mit dem Titeltrack das Konzert beendet.

 

The Go! Team

 

Das Go! Team ist die zweite Gruppe auf einer Bühne, die von Beginn des Festivals mit Tonproblemen zu kämpfen hatte. War bei der vorigen Band (DEVO) sogar die komplette Anlage kurzzeitig ausgefallen, fehlt beim Go! Team jeder Druck vor der Bühne. Der Ton kommt schlecht gemischt, die Stimme kaum Ninjas kaum daher. Ohne den dazugehörenden Sound können die sechs Energiebündel aus Brighton ihre Vitaparcours-Übungen kaum aufs Publikum übertragen. Erst bei der Hüpfhymne "Grip Like A Vice" kommt richtig Stimmung auf. Sehr schade.

 

El Guincho

 

El Guincho ist der Künstlername des in London lebenden DJ's Pablo Díaz-Reixa. Der Herr sampelt sich quer durch Afrobeats und Latinorythmen. Sein aktuelles Album "Alegranza!" brachte ihm für einen DJ erstaunlich viel Kritikerlorbeeren ein. Da DJ-Sets schwierig zu beschreiben sind, hier ein Link zum mithören.

 

The Rumble Strips

 

Ein weiteres britisches Quartett am Primavera Sound 2008. Vom Musikstil gibt es nun leichten Rockabiliy mit kleinen, feinen Indie-Elementen aus dem Keyboard. Dem Gesang Charlie Wallers springen die übrigen Bandmitglieder schon mal als Hintergrundchor bei. Auch ein Saxophon kommt immer wieder vor. Ihre aktuelle Single "Girls And Boys In Love" ist einfach nur zum tanzen.

 

Holy Fuck

Nach Man Man am frühen Abend kehren nun wieder starke Rhythmen und elektronische Klänge zurück ins Festival. Holy Fuck ist eine DJ-Formation mit angeschlossener Rhythmusgruppe aus Bass und Schlagzeug. Zu viert wird eingespielt, gelooped und gequietscht, was das Zeug hält. Fürs Publikum ist es kein Problem, sich so auch um 5 Uhr morgens noch auf den Beinen zu halten.


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