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Primavera Sound - Der Donnerstag Drucken E-Mail

Bestes Festivalwetter grüsste die drei St.Galler Exilanten an ihrem ersten vollständigen Festivaltag. Nach kurzen Kontakten mit der örtlichen Festivalbürokratie (anstehen an Schalter A für Passierschein zu Schalter B; dann noch zum Stand mit den Getränkebons), ging es noch bei Tageslicht los mit MGMT. Ein Abend voller Live-Musik riss nicht ab bis um 5 Uhr früh der Morgen graute. Im Folgenden auserwählte Musiker mit kurzem Kommentar.

MGMT

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Anders als bei Kollege Zeier, können MGMT bei ihrem Auftritt in Barcelona wenig falsch machen. Sie eröffnen das Festival auf der Rockdeluxe-Bühne in vollem Sonnenlicht, anders als in Zürich finden sie sich hier nicht in einer intimen Club-Atmosphäre, sondern in einem weitläufigen Amphitheater. Dass sie mit dem Publikum über lange Strecken kaum interagieren, wäre für ein Festival nicht ungewöhnlich. Aber die beiden New Yorker sprechen zwischen den Stücken ihres Albums Oracular Spectacular ab und an kurz mit dem Publikum. Sie scherzen sogar etwas über ihre Hype-Kollegen: "Who needs bad Karma?" steht da auf einem Stofffetzen, "Vampire Weekend" erscheint, wenn man ihn umdreht. Sei alles nur ein im Spass unter Freunden versichern sie. Den vollen Ton bringt die Band erst zu ihrer Zugabe Kids auf die Bühne. Das Stück wird Playback vorgetragen, was den beiden Hauptdarstellern reichlich Zeit für weitere Albernheiten lässt. Ein guter Auftakt, sympathisch, leicht zu hören.

The Notwist

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Die drei Weilheimer plus Band mischen ihr Set zu Beginn deutlich mit Stücken aus dem Meisteralbum Neon Golden. Diese werden allerdings nur adaptiert vorgetragen, manchmal verkürzt fast als Zitat, manchmal mit einem schnelleren, fast einem Disco-Beat hinterlegt. Neben Sänger Markus Acher steht etwas, das von der Ferne wie ein Plattenspieler. Doch das ist nur Attrappe, denn hier wird Hochtechnologie aufgeboten. Am vermeintlichen Vinyl-Gerät loopt und sampled Acher minutenlang. Etwas entfernt steht Chef-Elektrofrickler Martin Gretschmann. Er hält etwas das dem Joypad des Nintendo Wii gleicht in beiden Händen. Auf seine Handbewegungen krazt, kracht und looped der graue Kasten vor ihm. Von den Stücken des neuen Albums wirkt das anschwellende Boneless am packendsten. Das Konzert endet in einer fast 10-minütigen Endlossschlauf des Neon Golden-Hits Pilot.

HEALTH
Eine elektronische Variante der Liars. Äusserst wild nehmen die vier Herren die Vice-Bühne eine Stunde lang in Beschlag. Der verblüffend kurze Schlusssong machte ein Klangschau-Foto der Aktionen leider unmöglich.

Public Enemy

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Eingeläutet wurde die Live-Einspielung des legendären Hip Hop-Albums "It Takes A Nation Of Millions To Hold Us Back" von einem etwa 15-minütigen DJ-Set der Produzenten. Die sog. Bomb Squad animierte das Publikum mit etwas viel DubStep und Animationsrufen "Make some nooooooooooise" (etwa 20 Mal). Danach jedoch ein sehr sehr dichtes Konzert der beiden Altmeister Chuck D und Flava Flav. Zum 20sten Geburtstag ihres grössten Erfolgs trugen sie es erstmals in voller Länge voll. Nicht dabei war DJ Terminator X. Der sei schon im Ruhestand, witzelte Chuck D. Trotzdem funktioniert "Don't Believe The Hype" immer noch bestens.

Dr. Octagon aka Kool Keith + Kutmasta Kurt

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Wegen einer grossen Überschneidung mit Public Enemy, hatten wir leider nur sehr kurz Zeit zum Besuch beim Hip Hop Duo aus LA. 

Portishead

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Geisterstunde auf dem Primavera Sound. Die achtköpfige Band um Beth Gibbons, Geoff Barrow, Adiran Utley und Dave McDonald liessen kaum Licht auf die Bühne, dafür jede Menge Rauch und grau-verzerrte Visuals. Die klagende Stimme Gibbons' klingt auch live wie aus dem Tonstudio aufgespielt. Hits erkennt man von oben daran, dass besonders viele Handy- und Kameradisplays durchs Publikum leuchten. Aber auch ohne hinzusehen erkennt man die bekannten Stücke sofort, sind sie doch alle ohne jede Neuinterpretation vorgetragen. Fast wie stehengeblieben.
 

Caribou

Kein Licht von vorne, nur eine schamtisch ausgeleuchtete Leinwand erhellt die Bühne. In deren Zentrum stehen sich zwei Schlagzeuge gegenüber, seitwärts zum Publikum. Sänger brauchen hier keine Aufmerksamkeit, ist die Musik Caribous doch dominiert von den instrumenten. Meditativ unter lauten Rhythmen und langen Schlaufen.

Voxtrot

... wird noch nachgetragen ...

Vampire Weekend

Die Paul-Simon-Revival-Truppe ist live beste Unterhaltung - sofern man dieser Hawaii-Gitarre gerne zuhört. Sänger Ezra Koenig ist die singende Selbstironie. Unterstrichen wird der Schalk vom tollpatischg aussehnden Äusseren der vier Bandmitglieder sowie dem etwas spastischen Gekaspere Koenigs und dem unbeschwertem Georgel Batmanglijs. Sehr leichte, sehr nette Unterhaltung. Für eine Stunde ist es keine Minute langweilig, länger könnte der recht ähnliche Klang der einzelnen Stücke zum Problem werden.

Midnight Juggernauts

... wird noch nachgetragen (war auf der Festivalbühne aber nicht so überzeugend - sicher besser in Clubs) ...

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