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(Jan Gerlach , 25. Juni 2008) Am Morgen nach dem Besuch des Konzerts von Firewater in der Poolbar ist mir im Büro ein lautes Lachen entfahren. Mir waren gerade die Spass-Punks Batman and Robin in den Sinn gekommen und wie der eine den anderen mit einem ungehobelten "tune your guitar you fucking asshole" angemault hatte. Mit viel Gelaber über Superhelden und natürlich über die eigenen Vorzüge gegenüber Spiderman hatte Batman, der eine für die Fledermaus ungewöhnliche Plastiktüte als Maske trug, die Comic-Herzen auf seiner Seite. Über den Schrummel-Sound und ungeschliffenen Rock der Prisoners Combo hat sich ohnehin jeder im schon früh gefüllten Pool gefreut. Uh!
Nach den Rock-Chaoten ging es nicht lange, bis Firewater die Bühne betraten. Tod A. trug ein Türkei-Shirt, das Programm des Abends war also klar. Für das neue Album war der Frontmann und Gründer der Band jahrelang quer durch einige Teile der Welt gereist, wo man als Amerikaner normalerweise Persona non grata ist. Die Gitarren klingen dementsprechend oft wie eine Sitar bzw. ähnliche Saiteninstrumente des nahen und fernen Ostens. Neben den konventionellen Drums klöppelt ein Mann mit schwarzem Gangsta-Kopftuch abwechslungsweise auf eine Trommel, ein kleines Djembe oder aber auf Bongos. Highlight und heimlicher Star des Konzerts war allerdings Reut Regev, die ihre Posaune so eindrucksvoll zu bedienen wusste. Den Namen der zierlichen Dame am linken Bühnenrand wollte Tod A. dann auch vom Publikum wiederholt hören.
Überhaupt lag dem Sänger viel daran, das Publikum zu animieren. Immer wieder forderte er die Leute mit Gesten auf, ihn beim Singen zu unterstützen. Etwas nervig nach einer Weile. Doch spätestens bei der zweiten Zugabe funktionierte dies einwandfrei: Es war "This Is My Life", welches im Frühjahr auf FM4 rauf- und runtergespielt worden war.
Davor allerdings spielten sich Firewater durch ein sauberes Set mit sehr vielen Songs vom neuen Album The Golden Hour: "Hey Clown", "Bangra Bros.", "Borneo", "6:45", "Already Gone" und die ruhigeren "Electric City", "Paradise" waren dabei. Dabei wurde einmal mehr die Stellung der Band als Bindeglied eines ganzen Genres klar: Botanica und Balkan Beat Box sind personell und musikalisch eng mit Firewater verbandelt. Diejenigen im Pool, die älteres Material vermissten, wurden mit einer schönen Version von "Get Out Of My Head" versöhnt. Mit diesem Track war Tod A.s heisere Stimme erstmals einem breiteren (Indie-)Rock-Publikum bekannt geworden und seither steht Firewater auch hierzulande für eine spannende Mischung aus Rock und all den Musikstilen, welche die Welt westlich und östlich der Alpen hergibt.
Bei der zweiten Zugabe (siehe oben) waren die Gitarren zwar kaum mehr zu hören. Doch wenn man von Ansätzen zu unausgegorenen politischen Statements (Bush und so...) absieht, die sich mit New York als Wohnsitz - nämlich auch USA - beissen, dann kann man von einem tollen Abend in Feldkirch sprechen. Die Poolbar selbst hat sich jedenfalls wieder einmal von ihrer besten Seite gezeigt.
Batman & Robin and the Prisoners Combo
Poolbar
Firewater
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