 | (RZ) Teil 2 des Klangschau Exklusiv-Interviews mit Owen Pallett alias Final Fantasy über das neue Album, Magie, Computerspiele, Fantasy Bücher und Filme.
16.10.2005, El Lokal, Zürich
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Nachdem wir im
Teil 1 des Klangschau Exklusiv-Interviews mit Owen Pallett bereits über seine Zusammenarbeit mit den Hidden Cameras und Arcade Fire gesprochen haben, konzentrieren wir uns nun auf Final Fantasy und Fantasy.
Wie geht’s nun weiter mit Final Fantasy. Während dem Konzert hast du ja ein Konzept Album zu den sieben Schulen der Magie erwähnt.Nun, ich interessiere mich sehr für Magie, wie sie in Fantasybüchern vorkommt. Als ich noch ein junger Teenager war habe ich tonnenweise Fantasybücher gelsen und heute spiele ich immer noch viele Computerspiele. Ich habe irgendwie das Gefühl, dass in der heutigen populär Kultur ein gewisser Sinn für Fantasy und das Eintauchen in andere Welten fehlt. Aber auf jeden Fall bin ich gerade daran mein nächstes Album fertig zu machen. Es heisst
He Poos Clouds und kommt im April 2006 raus. Das ist wirklich eine spannende Sache. Es gibt Songs über Computerspielfiguren und die verschiedenen Schulen der Magie. Ich versuche dabei jede dieser Schulen mit etwas Alltäglichem zu verknüpfen und daraus eine Art roten Faden abzuleiten.
Hilft dir dieser Konzept-Ansatz beim Songschreiben?
Ich brauche diese Tricks wirklich um Songs zu schreiben. Ich bin einfach textlich nicht annähernd so inspiriert, wie melodisch. Ich hab tonnenweise Songs, die aber alle noch keine Texte haben und solange rumliegen bis ich auf eine Idee komme oder mir jemand einen Tipp gibt.
Welche Computerspiele beeinflussen dich denn?
Ich bin da sehr heikel und wählerisch. Ich spiele auch nicht so fleissig wie andere typische Gamer. Online-Spiele und Shooter sind wirklich nicht mein Ding. Ich mag eher Spiele bei denen man eine neue Welt erkunden kann. Im Moment spiele ich viel
ICO, ein PlayStation2 Spiel. Da ist man ein Kind und erkundet ein Schloss. Der einzige Nutzen den man aus dem Erkunden des Schlosses zieht ist pure Freude an der Architektur. Man kann all die hohen Türme besuchen und die Aussicht auf das Schloss geniessen. Da gibt’s auch keine Filmsequenzen. Nur architektonischen Genuss.
Wie steht’s mit Fantasy Rollenspielen aus?
Nein, nicht mahl die. Wirklich eher seltsamere Spiele. Ich bin allerdings ein ziemlich guter
Tetris-Spieler. Ich könnte es schon fast professionell spielen. [lacht] Im Tourbus spiele ich im Moment
Chrono Trigger. Ich bin aber nicht sicher, ob ich es durchspielen kann.
Du hast zuvor auch Fantasy-Bücher erwähnt. Welche hast du denn da gelesen?
Oh, so peinlich! [lacht] Nun, ich hab alle
C.S.Lewis Bücher gelesen, die ich immer noch für äusserst lesenswert und gute Bücher halte. Dann hab ich aber auch haufenweise
David Eddings, R.A.Salvatore und solches Zeugs gelesen. Aber Harry Potter finde ich ehrlich gesagt Mist. Für mich ist das einfach eine noch ‚
pulpier’ Version eines Genres das eh schon ziemlich ‚
pulp’ ist.
Fantasy ist doch eigentlich so ein grossartiges Genre. Es will mir einfach nicht in den Kopf, warum Fantasy ein derartiges Mauerblümchendasein führt und ich kann auch nicht verstehen, warum es nicht mehr Autoren und Regisseure gibt, die sich diesem Thema annehmen. Ausgenommen natürlich von diesen lausigen
Herr Der Ringe Remakes und diesem wirklich katastrophal hässlich aussehenden
Chronicles Of Narnia Film. Ich bin ja ein grosser Fan von
Willow. Kennst du den? [Und ob ich den kenne.] Der ist so fantastisch. Man merkt auch, dass
Willow speziell fürs Kino geschrieben wurde und keine Buch-Adaptation ist. Jeder Fantasy Film in letzter Zeit ist eine Buch-Adaption. Wenn ich einen
Chronicles Of Narnia Film sehen will, will ich einen Film sehen, der in der
Narnia Welt spielt, aber was völlig neues ist und speziell fürs Kino geschrieben wurde.
Das ist übrigens auch der Vorteil von Fantasy Computerspielen. Dort ist es noch möglich eine Welt zu erschaffen, ohne dabei auf ein Buch oder eine bereits existierende Geschichte Rücksicht zu nehmen.
Endlich jemand der Willow mag. Da muss ich natürlich gleich nachhacken und nach deinem Lieblingscharakter fragen. Hm, mein Lieblingscharakter... Ich weiss gar nicht. Das ist wirklich schwierig. [lacht] Alle Charaktere passen so gut zusammen. Natürlich gibt’s auch üble Sachen. Wie zum Beispiel
Kevin Pollak, der diesen kleinen Brownie/Kobold mit einem frankokanadischen Akzent spielt. Auch sonst hat’s viele wirklich seltsame Sachen. Aber mir gefällt zum Beispiel
Jean Marsh als Königin Bavmorda. Sowieso finde ich die weiblichen Charaktere sehr sehr stark. Es ist ohnehin ungewöhnlich, dass den vier männlichen Hauptcharakteren vier weibliche gegenüberstehen, die nun wirklich nicht nur Blendwerk sind. Sorsha ist auch toll. Das ist doch wunderbar, diese Frau die ihre Mutter aus Liebe betrügt. Wirklich wunderbar und die Action-Szenen sind auch fantastisch.
Die Leute sagen ja immer: „
George Lucas, was für ein übler Drehbuchschreiber“. Aber
Willow hat wirklich ein grandioses Drehbuch.
George Lucas kann von mir aus so viele
Star Wars Filme machen, wie er will, und die können auch so übel sein, wie nur möglich. Ich bin einfach glücklich, dass er
Willow gemacht hat. Mein Lieblingsfilm. Ich schaue ihn immer an Weihnachten mit meiner Familie.
Im Anschluss an das Interview plaudern Owen und ich noch lange über
Willow, den es inzwischen ja endlich auf DVD gibt, nachdem ich die VHS-Kassette vor Jahren dummerweise gelöscht habe. Auch das mit den „lausigen“
Herr der Ringe Filmen kann ich so dann doch nicht im Raum stehen lassen und wir einigen uns schliesslich darauf, dass der erste Teil wirklich der schönste der drei war und die restlichen zwei nicht unbedingt von den Spezialeffekten aus dem Computer profitiert haben. Ob Owen allerdings zum Ausklang des schlimmsten Tages der ganzen Tour doch noch was richtiges zu essen bekommen hat, ist mir nicht bekannt.
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