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Sons And Daughters Interview Drucken E-Mail
 (RZ) Das Klangschau Exklusiv-Interview mit Adele Bethel (Vocals, Guitar, Piano) und Scott Paterson (Vocals, Guitar) von den Sons And Daughters anlässlich ihres Auftritts im Zürcher Mascotte im November 2005.

Ihr seid ja nun schon eine ganze Weile auf Tour. Seid ihr nicht langsam etwas erschöpft?

Adele: Yeah. [lacht]

Scott: Yeah. Wir sind ziemlich müde. Wir sind schon seit April unterwegs und kommen gerade von einer 10 wöchigen Amerika Tour. Wir leiden also noch etwas unter dem Jetlag und sind schon langsam etwas erschöpft. Aber wir sparen uns natürlich alle Energie für die Konzerte auf, nicht dass die am Ende noch darunter leiden. Langsam könnten wir aber schon mal wieder etwas Zeit brauchen, um uns zu erholen.

Da ihr gerade die Amerika Tour erwähnt habt, wie war es dort? Europäische Bands sprechen ja in dem Zusammenhang häufig von einem Kulturschock.

Adele: Ich weiss nicht so recht. Bei uns ist es eh etwas speziell, da wir in Amerika im letzten März unsere erste Tour überhaupt hatten. Wir spielten damals am South By Southwest und waren zwei Wochen mit Electrolane unterwegs. Das Publikum war immer sehr freundlich und interessiert. Wir dachten eigentlich es wäre schwieriger nach all dem was man uns gesagt hat, aber wir hatten es immer gut.

Scott: Aber auch in Europa haben wir es eigentlich immer gut. Wir haben hier zwar nicht so oft gespielt wie in Grossbritannien oder Amerika. Aber jedes Mal wenn hier aufs Festland kommen haben wir das Gefühl, dass sich das Publikum wirklich für unsere Musik interessiert und das ist natürlich toll – gerade für eine müde Band. [beide lachen].

Und nun für all die armen Kerle die heute zu Hause geblieben sind, was werden sie verpassen?

Scott: Nun, wenn sie zu Hause bleiben verpassen sie nicht viel. [Adele lacht und widerspricht im Hintergrund] Aber diejenigen die hier sind werden begeistert sein. Es wird eine richtig ‚dirty’ und ‚sweaty’ Rock n’ Roll Show mit viel Energie. Ziemlich aggressiv. Ziemlich laut. Aber ich hab uns natürlich noch nie live gesehen. Ich erzähle also nur, was man mir gesagt hat.
 
Aber die Mandoline ist schon mit dabei?
 
Scott: Ja klar. Die Mandoline dürfte bei 4-5 Songs dabei sein.

Dann freu ich mich schon mal auf die Mandoline (Ich hab mich ja auch schon hier als Mandolinen Fan geoutet.). Kommen wir nun zu Glasgow. Im Zürcher Tages Anzeiger Magazin hab ich kürzlich einen grossen Artikel über Glasgow gelesen. Darin wurde die einzigartige lokale Musikszene mehrheitlich auf die vielen Räume und die gute Atmosphäre unter den Bands zurückgeführt. Wie seht ihr das als Insider?

Scott: Das trifft’s eigentlich ziemlich gut. Glasgow ist eine kleine Stadt, aber eine richtige Musikliebhaber-Stadt. Als Musikliebhaber kann man sich da fast täglich tolle Konzerte anschauen, da unglaublich viele gute Bands einen Abstecher nach Glasgow machen.
Da die Stadt doch eher klein ist kennt man auch schnell alle, die an die selben Konzerte gehen, und man lernt schnell Leute mit ähnlichem Musikgeschmack kennen. So ist es dann wirklich nicht mehr allzu schwierig eine Band zu gründen. Dann gibt es da natürlich noch die grosse Musik-Geschichte von Glasgow. So viele grossartige Bands kommen aus Glasgow. Jesus And The Mary Chain, Orange Juice, Teenage Fanclub bis hin zu allen aktuellen Bands. Was muss man sonst noch über Glasgow sagen?

Adele: Es ist nicht London. [lacht]

Scott: Stimmt. In Glasgow gibt’s auch kaum Musikindustrie. Hier gründet man Bands noch aus Spass und nicht um sich unter allen Umständen einen Vertrag zu erkämpfen. Das führt dann natürlich auch dazu, dass hier eher eigenständige Bands entstehen, die nicht verzweifelt versuchen auf den medial gehypten Zug aufzuspringen.
 
Eure eigene Geschichte ist ja in dem Zusammenhang auch etwas aussergewöhnlich. Eure erstes Album wurde ja erst beim amerikanischen Ba Da Bing Label veröffentlicht und erst später in Europa. Wie seid ihr denn zu diesem Label gekommen?

Adele: Nun, ich kenne den Typ der das Label führt. Er war früher bei Matador, daher kannte ich ihn schon etwas. Wir haben die CD aber an verschiedene Leute geschickt. Eine 2 Song Demo. Wir haben dann sogar vom Scottish Arts Council Unterstützung bekommen, da wir ja kein Geld hatten und Ben von Ba Da Bing auch keins. Ben hat unser Album schlussendlich dann rausgebracht. Das war wirklich so unser Startschuss.

Scott: Später hat sich dann Domino Records für uns interessiert und wir haben bei ihnen unterschrieben. Danach erschien das Album dann weltweit. Das war ein wirklich grosser Schritt für uns. Aber es war schon etwas seltsam, dass unser Album erst nur in Amerika erhältlich war.
 
Zum Schluss werfen wir doch noch einen Blick in die Zukunft. Wie geht’s weiter mit den Sons And Daughters? Erst geht’s ja mal noch nach Australien.

Adele: Genau, zwei Wochen Australien. Danach brauchen wir dann dringend einen Monat zum Schlafen. Für danach haben wir aber schon mal vier Monate fürs nächste Album eingeplant.
 
Schon ein paar Ideen fürs neue Album?

Adele: Da gibt’s schon ein paar Ideen, aber...

Scott: Wir wissen eigentlich schon wie es klingen soll und was wir wollen. Aber weil wir dieses Jahr noch keine Zeit hatten, haben wir noch keine Songs geschrieben. Wir wollen, dass es anders klingt als die anderen 2 und es soll natürlich auch ein Schritt vorwärts werden. Und vielleicht noch etwas düsterer als die anderen, wenn das überhaupt noch möglich ist. Wir versuchen wirklich von Mal zu Mal düsterer und ‚scarier’ zu werden.


 
 
Scott und Adele haben uns im Anschluss an das Interview noch einen wunderbaren Gastklang dagelassen. Mit dabei Bands wie The Smiths, The Gun Club, Belle & Sebastian, Velvet Underground…


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