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(Romanie Marty) Vor über einem Jahr entdeckte ich diese Band auf Myspace und bat um eine CD für eine Rezi. Man versprach sie mir in zwei Monaten. Die CD kam nie. Nicht wenig verblüfft war ich somit, als neulich ein Packet aus Denver im Briefkasten lag. Nach über einem Jahr des Wartens haben The Swayback ihr Versprechen eingelöst und mir ihren überaus ästhetischen, im DVD-Format verpackten Longplayer "Long gone lads" geschickt.
Ich weiss nicht, warum ich diese CD so vergöttere. Die Musik beinhaltet nichts, was man nicht schon gehört hat, keine Spezialeffekte oder Abarten, und flux zum Vergleich notiert sind Bands wie The Editors, The Checks, Franz Ferdinand, Arctic Monkeys, Kaizers Orchestra oder White Stripes. Tja, und da haben wirs schon: Diese Bands haben allesamt einen hohen Erkennungswert, sind Qualitätsbewusst - und klingen grundverschieden. Und The Swayback klingen nach dem Besten davon, aus einem Guss und ohne allzu dreiste Klauerei und grosses Tamtam. Das Album rockt, klingt düster, verrucht, sphärisch und sexy. Kleine naive Spielereien wie gesungenes "Barrababa" als Refrain oder Filmsamples bereichern das Gesamtbild noch und der gekonnt eingesetzte Hall machts erst recht aus.
Während sich die Band mit Bass, Gitarre und Schlagzeug, mit intelligenten Arrangements und verheissungsvollen Melodien, zwischen Rock'n Roll, Bluesrock und Shoegaze-Folk austobt, singt Eric Halborgs (Bass, Voc) unbeirrt cool und mit einer vibriernden Geschmeidigkeit durch Raum und Zeit. Jeder Song in sich ist ein interessantes und geschickt verwobenes Gebilde vergangener und gegenwärtiger Musikgeschichte, die Brakes sind spannend und die Stilkombinationen delikat.
"Queen's dance" groovt unheilvoll, "Vampire's weekend" riecht nach Whiskey und Lust und der Titeltrack "Long gone lads" wechselt von bäriger Polka mit Tschingis Kahn-Whohohooou plötzlich zum brachialen Mogwai-Berserker.
Den Klassiker "I'm waiting for the man" von The Velvet Underground setzten sie so wunderbar wummernd und psychedelisch um, wie dies sonst nur noch Beck oder die frühen Dandy Warhols geschafft hätten.
"Long gone lads" hat genug Magie, um aus dem Gitarren-Einerlei des dampfenden Indiebreis hervorzustechen und beweist, dass auch mit Wasser noch gute Suppen gekocht werden können. Sei gehofft, dass das auch sämtliche Openairveranstalter dieser Welt bald erkennen und The Swayback auf ihre Topliste nehmen. Derweil setz ich sie schon mal auf meine Myspace-Top8-Liste. (8)
Das gesamte Album anhören:
http://www.myspace.com/theswayback
The Swayback - Forewarned
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