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(David Sarasin) Zuerst das: Auf dem neuen Goldfrapp Album "Seventh Tree" gibt’s überraschend viel akustische Gitarre und ruhige Momente zu hören. Mehr als je zuvor. Nach dem ätherischen Debut „Felt Mountain“ und Ausflügen in schwitzend, dekadente Clubnächte mit „Black Cherry“ und „Supernatural“, ist das Londoner Duo mit „Seventh Tree“, ihrem vierten Album, am Morgen danach angekommen. Es ist nun aber keine Katerstimmung zu spüren, nein, die Sonne scheint und es ist warm. „That Land of Blue and Gold is where we belong“ singt die Britin und gibt damit gleich zu verstehen, dass es nicht die harte Realität ist, die sie interessiert, sondern schwebende (durch Drogen induzierte?) Zustände und Momente. Weltflucht? Ja gerne! Mit „Seventh Tree“.
Der Opener "Clowns" ist eine mit Zupfgitarre und feiner Stimme versehene Perle. Im Hintergrund ein schwacher Synthie. (Es geht übrigens um Silikonbrüste (Baloons) und deren Verehrer (Clowns) ein originelles Wortspiel, finde ich). Goldfrapps Gesang klingt immer noch, als wäre er aus einer anderen Welt entsprungen. Ein Element, das sich durchs ganze Album zieht. Ebenso die stark präsenten, teilweise schräg in der Landschaft schwebenden Synthies. „Little Bird“ erinnert mit seinen zuweilen überbordenden Hintergrundgeräuschen und poppigen Harmoniefolgen an die psychedelischen Sgt.Pepper Momente.
Stücke wie „Road to Somewhere“ oder die erste Single „A&E“ sind etwas gar geschliffen geraten. Dazwischen und vor allem gegen Ende des Albums findet man immer wieder süss entrückte Momente, sowie in „Eat Yourself“ oder in „Cologne Cerrone Houdini“. Und im rockigsten Stück des Albums, „Caravan Girl“, kann man sich wieder ganz mit „Seventh Tree“ anfreunden.
Bei aller Kritik am Geschliffenen darf man schliesslich nicht vergessen, dass das Runde immer schon ein Teil von Goldfrapp war. Viele nannten es auch schon eskapistisch. „It’s a blue and bright Saturday, and the pain has started to slip away“. Ach wie schön! Hoffen wir einfach, dass sich der Schmerz nicht ganz verflüchtigt, denn man sagt ja, dass dieser auch zu kreativen Höchstleistungen anspornen kann. Trotz einer nicht von der Hand zu weisenden temporären Norm-Pop-Nähe gelingt es dem Duo Stimmungen zu erzeugen, die an Verträumtheit und Stimmigkeit fast nicht zu überbieten sind. (7)
Das meinen die Kollegen:
Reinhören:
http://www.myspace.com/goldfrapp
http://www.rhapsody.com/goldfrapp/seventhtree
Goldfrapp - A&E
Goldfrapp - Happiness
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